Unterrichtschoreografie

Anlassorientierung bedeutet im Unterricht, nicht nur einen bestimmten Plan zu verfolgen, sondern auch konkrete Situationen, die Kinder bildnerisch interessieren, zum Ausgang für Unterricht zu nehmen. Hierzu ein Beispiel: Im Klassenzimmer werfen von der Decke abgehängte Lampen einen Schatten auf die Wand. Erkan entdeckt es zuerst: „Hej, da oben fahren Tanker.“ In den Konturen der Schatten sieht der Junge die Umrisse von großen Schiffen. In der Kunststunde baut Erkan einen Tanker, der seine Schwimmtauglichkeit im improvisierten Becken beweisen muss. (Vgl. Reuter 2012, S.120) Die selbst initiierte ästhetische Praxis des Zeichnens, des Spielens, des Fotografierens und des Bauen und Konstruierens entwickelt sich spontan: Erkan sieht eine grafische Analogie in den Umrissen eines Schattens.

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 Choreografie zwischen Inszenierung und Improvisation

Unterricht als choreografische Leistung zu verstehen, heißt, dass die Lehrperson für bildnerisches Schaffen motiviert, fördert, kreative Prozesse begleitet – und zwar zwischen den Polen der Inszenierung und Improvisation. Allerdings sollten Einschübe zu bestimmten Lerninhalten die improvisierten Choreografien unterbrechen. Solche Einschübe ermöglichen gezielte Eingriffe zur Setzung neuer Impulse, zur Einführung neuer Techniken, zur Bewältigung curricularer Aufgaben oder von Pflichten im Schulleben. Die Frequenz und Intensität richtet sich nach dem Einzelfall. weiter lesen…


Regler

Die Idee der improvisierten Choreografie als reale Orientierung am individuellen Anlass ist nicht ohne Weiteres im Unterricht umzusetzen. Vielmehr geht es darum, sich auf den Weg zu machen, die Idee zu realisieren. Dazu bedarf es einer Verortung zwischen den Parametern, die die improvisierte Choreografie oder die Insenzierung ausmachen. weiter lesen…


Weiterführende Literatur zum Download